Herren 1 | Mit einem Derbysieg in die neue Saison

Bild: R. Burkart
 
Start in die Unihockey-Saison geglückt: Der 2.-Ligist Powermäuse Brugg gewinnt gegen Aargau United mit 5:3.
 
Damit hatte nun wirklich niemand rechnen dürfen: Im ersten Meisterschaftsspiel holten sich die Brugger gegen die favorisierten Aargauer gleich die ersten drei Punkte. «Ich bin extrem stolz auf mein Team», freute sich Luca Affolter, Bruggs 29-jähriger Spielertrainer, nach den 60 unterhaltsamen Minuten.

Die Powermäuse spielten ab der ersten Minute furchtlos und zeigten keinerlei Respekt vor so gestandenen Gegnern wie United-Captain Björn Strebel, der auch schon in der Nationalliga A gespielt hatte. Und kam doch einmal ein Schuss gefährlich vors Gehäuse, konnten sich die Brugger auf ihren Hexer im Tor, Adrian Jäggi, verlassen. «Wir haben ruhig und konzentriert gespielt und unseren Plan durchgezogen», so Affolter. Generationenwechsel eingeläutet
Auch wenn die Powermäuse die vergangene 2.-Liga-Meisterschaft in ihrer Gruppe auf Rang drei beendeten – nur die beiden Aufsteiger Aarau und Baden-Birmenstorf waren besser klassiert – will man sich dieses Jahr erst einmal gegen hinten absichern. «Diese Saison steht bei uns im Zeichen des Generationenwechsels. Wir bauen sechs Junioren in die 1. Mannschaft ein, da klappt nicht alles schon von Beginn weg», so Bruggs Pressechef Dominique Hunziker.
Grund für die Verjüngungskur: Einige Akteure jenseits der 30 erwägen langsam aber sicher den Abschied vom Leistungssport. Affolter: «Wir sind ein Brugger Verein und wir wollen auch künftig ein solcher bleiben. Mit eigenen jungen Spielern.»
 
Auch wenn der Schritt von der U21-Mannschaft – die nur in der vierthöchsten Klasse des Landes spielt – in die 2.-Liga-Truppe ein grosser ist, ist es der einzige gangbare Weg. «Die Spiele bei den Erwachsenen sind natürlich in Sachen Tempo und Körpereinsatz nicht zu vergleichen mit einer Partie bei unseren ältesten Junioren», sagt Affolter.
Die U21 trägt in der D-Gruppe ihre Meisterschaft in Turnierform aus, eine Partie dauert lediglich zweimal 20 Minuten. Dies im Gegensatz zu 60 effektiven Minuten bei den Erwachsenen. Dass Bruggs «Stifte» in den ersten Partien wortwörtlich Lehrgeld bezahlen müssen, liegt auf der Hand. Und dass das offizielle Saisonziel erst einmal Ligaerhalt heisst, verwundert nicht. «Wir wollen uns möglichst aus den hinteren Regionen fernhalten», sagt Affolter. Nach oben korrigieren könne man die Zielsetzung ja immer noch. Vor diesem Hintergrund kommt der Sieg zum Auftakt noch überraschender.
 
Ein Coach fehlt noch
Affolter coacht seine Mannschaft in Eigenregie. Spielertrainer ohne Coach – wie geht das? «Nun, ich kann mich während meinen Einsätzen auf dem Feld auf die routinierten Spieler verlassen. Die schauen, dass draussen alles klappt.» Und wenn der Chef einmal nicht ins Training kann, übernehmen die älteren Spieler schon mal eine Einheit. «Natürlich hätte ich gerne einen Coach. Aber bis jetzt hat sich noch niemand bei mir gemeldet», zuckt Affolter die Schulter. Zwingen könne man ja niemanden.

Da geht es beim Gegner vom vergangenen Sonntag an der Bande eine Spur professioneller zu und her. Bei Aargau United schaut mit Renato Wyss (51) ein ausgewiesener Fachmann zum Rechten. Wyss trainierte schon verschiedene Vereine in der Nationalliga A und amtet aktuell auch als Nationalcoach von Österreich. Die Powermäuse mit ihren rund 170 Aktivmitgliedern sorgen nicht nur auf dem Spielfeld für Betrieb. Vor einem Jahr zelebrierten sie ihr 20-Jahr-Jubiläum, heuer schmissen sie Mitte August anlässlich des slowUp zusammen mit der Feuerwehr in Hausen eine Beiz, inklusive Feuerwehrauto und Hüpfburg.

Zudem waren die «Mäuse» auch am Brugger Jugendfest präsent. «Wir sind im Vergleich zu den Fussballern und dem Judoklub ein kleiner, junger Verein. Deshalb gehen wir gerne unter die Leute und zeigen so, dass wir auch da sind», gibt Spielertrainer Affolter den Pragmatiker.
 
Quelle: az Aargauer Zeitung 18.9.2017 ein Bericht von Ruedi Burkart
 
Powermäuse Brugg - Unihockey Aargau United 5:3 (0:0, 2:1, 3:2)

Tore: 28. S. Herrigel 1:0, 32. UAU 1:1, 33. Berner (S. Herrigel) 2:1, 48. C. Herrigel (Jäggi) 3:1, 53. S. Herrigel (D. Stalder) 4:1, 55. Zehnder (Baur) 5:1, 56. UAU 5:2, 59. UAU 5:3

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Powermäuse Brugg, 2-mal 2 Minuten gegen Unihockey Aargau United

Kader: Affolter, Baur, Berner, Fischer, C. Herrigel, S. Herrigel, Hunziker, Jacquat, Jäggi, Keller, Kühne, Leuenberger, Meuli, Milewski,  Schneider, D. Stalder, F. Stalder, Tuchschmid, Widmer, Zehnder

 

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